FAQ (frequently asked questions) – Häufige Fragen im Alltag

 

 

1. Ich habe mich von der Ärztin doch „nur“ zu einer kosmetischen Selbstzahlerleistung der Praxis beraten lassen, warum bekomme ich für diese Beratung eine Rechnung ?

Diese Frage, die wohl beim Notar, Rechtsanwalt oder Steuerberater keiner stellen würde, taucht in der Tat relativ häufig in unserer Praxis auf.

Auf der Grundlage des alltäglichen Lebens, wo eine Kosmetikerin oder der Verkäufer im Mediamarkt vielleicht auch gratis berät, um Kunden und Kundinnen ihre Angebote verkaufen zu können, wird dies offensichtlich auch in einer Arztpraxis erwartet.

 

Warum ist das aber in einer Arztpraxis völlig anders ?

 

Selbstverständlich stellt – wie die Beratung der Kosmetikerin oder des Verkäufers – auch eine ärztliche Beratung und Untersuchung eine Leistung dar, die der Patient/die Patientin erhalten hat, und für die der Arzt haftet.  Um diese Leistung erbringen zu können, muß der Arzt eine langjährige Ausbildung durchlaufen und eine Praxis vorhalten. Beides verursacht Kosten. Zudem arbeitet selbstverständlich  auch ein Arzt, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Diese Kosten müssen also abgebildet werden. In der freien Wirtschaft bezahlen alle Kunden das anteilig bei den einzelnen Produkten mit. D.h. wenn Sie einen neuen Fernseher kaufen, ist der Verkäufer „eingepreist“. Sie tragen bei Ihrem Kauf auch die Kosten mit für Leute, die sich z.B. im Mediamarkt beraten lassen, aber dann z.B. online bestellen. Steigen z.B. Personal- oder Transportkosten, wird der Fernseher teurer. Der Preis liegt im Ermessen des Markt-Betreibers.

Für den Arzt gibt es hingegen eine staatlich vorgeschriebene Gebührenordnung, nach der er sich zu richten hat. Er darf seine Preise nicht einfach frei festlegen.

Diese Gebührenordnung wurde vom Gesetzgeber angepasst an Ausbildung, Haftung und Verantwortung eines Arztes sowie betriebswirtschaftliche Kostenberechnungen für Arztpraxen und stammt inzwischen ohne wesentliche Preisanpassung bereits aus dem Jahr 1982 – trotz inzwischen fast 70% kumulativer Inflationsrate.  Diese Gebührenordnung ist bindend.
Es ist dem Arzt darin erstens berufsrechtlich untersagt, seine Leistung gratis oder unterhalb dieser Gebührenordnungssätze anzubieten, und er darf auch die Leistungen, die er für andere als den betreffenden Patienten erbringt, nicht anderweitig einpreisen.

D.h. wenn er 10 Patienten gratis zum Thema Laser beraten würde, von denen z.B. nur 2 die eine Laserbehandlung beanspruchen, macht er sich erstens berufsrechtlich strafbar und zweitens kann und darf er die entstandenen Kosten für die Beratungen der 8 Patienten, die sich nicht zu einer Behandlung entschlossen haben, nicht auf die Kosten für die in Anspruch genommene Laserbehandlung bei den übrigen beiden aufschlagen.

Sie werden daher von uns – auch wenn Sie „nur“ eine ärztliche Beratungs- und Untersuchungsleistung im Hinblick auf kosmetische Belange beanspruchen, eine Rechnung nach der geltenden Gebührenordnung für Ärzte erhalten. Sofern sich die kosmetische Fragestellung im Arztgespräch bestätigt, ist dafür ggf. (bei bestehender Umsatzsteuerpflicht der Praxis) zusätzlich die geltende Mehrwertsteuer zu berechnen und abzuführen.

 

2.   Ich bin Kassenpatient/-patientin, darf ich denn auch eine Privatpraxis aufsuchen ?

 

Selbstverständlich dürfen Sie – uns ist jede/r Patient/in gleichermaßen willkommen.

In einer Privatpraxis besteht generell ein Behandlungsvertrag zwischen Arzt und Patient/in, d.h. Sie erhalten im Behandlungsverlauf oder nach abgeschlossener Behandlung von uns eine Rechnung nach der aktuellen Gebührenordnung für Ärzte.

Die Kosten für eine Erstberatung und Untersuchung liegen bei einem durchschnittlichen Umfang in der Regel zwischen 35 und 70 Euro. Für alles weitere erstellen wir Ihnen gern einen Kostenvoranschlag im Rahmen der Erstvorstellung.

Eine Medikamentenverordnung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse dürfen wir jedoch nicht vornehmen. Sie erhalten von uns ein Privatrezept. Viele dermatologische Medikamente sind inzwischen jedoch ohnehin verschreibungsfrei (und damit ohnehin keine Kassenleistung) oder liegen kaum über dem Preis für eine höherwertige Hautpflege oder 2 Kinobesuche.

 

3.   Kann ich die Rechnung bei meiner gesetzlichen Kasse zur Erstattung einreichen ?

 

Selbstverständlich können Sie Ihre Rechnung einreichen, die gesetzlichen Kassen sind jedoch nicht zur Erstattung von Privatrechnungen verpflichtet.

Allerdings muß Ihre Kasse Ihnen auch innerhalb einer vertretbaren Zeit eine benötigte Behandlung ermöglichen. Kann dies nicht gewährleistet werden (z.B. wegen zu langer Wartezeiten beim Facharzt bei akuten Erkrankungen), können Sie ggf. auf der Erstattung einer privatärztlichen Rechnung bestehen. Es empfiehlt sich jedoch, das vorher bei der Kasse zu erfragen.

 

4.   Meine Versicherung hat nicht alles erstattet, bin ich trotzdem zur Begleichung der Arztrechnung verpflichtet ?

 

Wie bereits oben erwähnt, besteht mit Inanspruchnahme der Praxis ein Dienstvertrag zwischen Arzt und Patient/in, nicht zwischen Arzt und Versicherung. Eine vollständige Erstattung von Rechnungen kann durch die Praxis nicht gewährleistet werden, denn wir haben keinen Einfluss auf den und keine Einsicht in den von Ihnen abgeschlossenen Versicherungstarif. Manche Patienten haben aus Kostenerwägungen abgesenkte Erstattungssätze oder eingeschränkte Leistungen abgesichert. Danach kann und darf sich der Arzt jedoch nicht richten. Er hat Sie immer und jederzeit nach bestem Wissen und Gewissen sowie medizinischen Erfordernissen zu behandeln, „die Ausrichtung ärztlichen Handelns nach den in ihrer Vielgestaltigkeit unbekannten Erstattungsmöglichkeiten des Versicherten ist unzulässig“ (OLG Koblenz 6U286/87 und 7U50/85). Dies trägt u.a. auch der Tatsache Rechnung, dass der Arzt alleinig für die qualitativ gute und vollumfängliche Leistungserbringung entsprechend der medizinischen Notwendigkeit haftet.

 

Das bedeutet leider, dass Sie zur vollständigen Begleichung einer korrekt gestellten Arztrechnung verpflichtet sind, auch wenn Ihre Versicherung nicht alles bezahlt.

 

5.   Was kann ich denn machen, wenn meine Versicherung nicht alles bezahlt ?

 

Zunächst sollten Sie prüfen, ob Sie Leistungen im Versicherungsvertrag ausgeschlossen haben. Ist das nicht der Fall, und es handelte sich um eine medizinisch nötige Leistung, kontaktieren Sie uns bitte gern, am besten unter Vorlage des Ablehnungsschreibens des Versicherers.

 

Generell wird heutzutage von Versicherern gern die medizinische Notwendigkeit von Leistungen in Frage gestellt. Ist das der Fall, sollten Sie immer zunächst die Qualifikation der einschätzenden Person hinterfragen und Widerspruch einlegen. Wir sind Ihnen auch gern mit weiteren Erläuterungen behilflich.

 

Die Bearbeitung von Anfragen, die über eine kurze erläuternde Stellungnahme zu einem vielleicht nicht ausreichend genau formulierten Leistungstext hinausgehen, müssen wir jedoch entsprechend berechnen.

 

6. Wann muß ich meine Arztrechnung begleichen ?

 

Nach dem Wortlaut des Gesetzestextes ist die Bezahlung der ärztlichen Leistung direkt nach deren Erbringung fällig. Wir gewähren Ihnen jedoch in unseren Rechnungen aus Kulanz eine Zahlungsfrist von 3 Wochen. Für das Rechnungs- und Mahnwesen ist in unserer Praxis Frau Nicole Czerny zuständig. Das Inkasso führt für uns die Anwaltskanzlei Meyer, Meyer-Bötel und Sievers in Beverungen durch.

 

7. Warum habe ich eine Ausfallhonorarrechnung bekommen ?

 

Unsere Praxis ist eine reine Bestellpraxis. Das bedeutet, daß wir unsere Termine nur auf Bestellung und nicht an "Laufkundschaft" vergeben. Wird ein Termin vom Patienten ohne Absage nicht eingehalten bzw. nicht rechtzeitig (2 Werktage vor Termin) abgesagt, entsteht ein Leerlauf, der trotzdem Betriebskosten (Vorhalten von Personal, Räumen etc.)  verursacht. Zudem hätte ggf. ein anderer Patient in dieser Zeit behandelt werden können.
Wir versuchen immer, Termine kurzfristig anderweitig zu vergeben. Sollte das - insbesondere bei längeren Terminen für medizinische Kosmetik, Fussbehandlungen, Operationen, Laset etc. - nicht möglich sein, bitten wir um Ihr Verständnis, daß wir diese Ausfallzeit entsprechend in Rechnung stellen müssen, wie es auch in vielen anderen Unternehmen Normalität ist. Die Höhe des Ausfallhonorares richtet sich dabei nach den Kosten der eigentlich vereinbarten Leistung nach dem GOÄ-Regelsatz.